Es liegt nicht in den Sternen, unser Schicksal zu bestimmen, sondern in uns selbst.

William Shakespeare

 

Achtsamkeit und MBSR

Achtsamkeit

"Was ist Achtsamkeit?" ist eine Frage, die genau so schwierig beantwortet werden kann wie die Frage "Was ist Liebe?". Längst zum Modewort geworden und fast zum "Allheilmittel" erklärt, hat es der Begriff von der buddhistischen Lehre bis zu unserem westlichen Alltag "geschafft" - nicht ohne Einbuße. "Achtsamkeit" hat heute fast den Charakter eines Trends übernommen und ist in manchen Fällen unserem westlichen Optimierungswahn zum Opfer gefallen - "wenn ich achtsam bin, dann bin ich noch leistungsfähiger". Und wie kompatibel ist ein wesentliches Merkmal der Achtsamkeit - nämlich die Entschleunigung - mit unserer schnelllebigen, geschäftigen Welt??      

Wenn ich Ihnen sagen würde - die Achtsamkeit ist eine alte Kunst, eine innere Haltung, ein Lebensweg, eine Art zu Sein, würden Sie wahrscheinlich nicht genau "verstehen" was ich damit meine. Und das ist auch richtig so. Denn Achtsamkeit ist nichts zum "Verstehen", sondern zum "Erfahren", zum "Er-Leben" und zum "Er-Spüren". Es ist "einfach" das bewusste dabei Sein, während Ihr Leben statt findet - Augenblick für Augenblick, ohne zu werten oder an Strategien oder Vorstellungen fest zu halten, wie etwas oder jemand sein sollte. 

Die Wurzeln der Achtsamkeit ruhen in der 2500 Jahre alten buddhistischen Lehre. Die Achtsamkeit kann allerdings vollkommen religionsfrei praktiziert werden und ist nicht per se an das Buddhismus gebunden. 

Die Praxis der Achtsamkeit führt zu einem erfüllten, friedvollen Leben, im Einklang mit allem, was sich vom Moment zum Moment zeigt. Es entsteht ein tiefes Verständnis für das Wunder des Lebens und für die Phänomene des eigenen Geistes. Sie kommen sich selbst näher und erkennen Ihre eigenen hinderlichen Automatismen und Denk-/ Handlungs-Muster. Die Abweichung von der inneren Vorstellung im Kopf, wie das Leben, andere Menschen oder Sie selbst zu sein haben, wird losgelassen. Allein durch das Erkennen und Aufgeben dieser nutzlosen inneren Kämpfe und Widerstände, entsteht mehr Energie, die für Heilung oder für gesunde Veränderungen genutzt werden kann.  

Konkrete Achtsamkeitsübungen sind unter anderem: Atem-, Geh-, Sitz- und Steh-Meditation, Yoga-Übungen, sowie das spielerische Experimentieren mit der eigenen Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Eine spannende Reise also, in Ihrer eigenen inneren Welt. Sind Sie bereit dazu?

 

MBSR

Mindfulness-Based Stress Reduction (kurz MBSR, zu deutsch: Stressbewältigung durch Achtsamkeit) ist ein achtwöchiges Programm, das im Jahre 1979 von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn auf der Basis der Achtsamkeit entwickelt und an der Stress Reduction Clinic der Universität von Massachusetts in Worcester/USA, angewandt und weiterentwickelt wurde. 

Ursprünglich wurde das Programm bei Menschen mit chronischen Schmerzen, bei AIDS- und Krebs-Patienten eingesetzt. Immer mehr zeigte sich jedoch wie umfassend die stabilisierende Wirkung der Achtsamkeit und dem MBSR-Programm für das ganze System des menschlichen Daseins ist. 

Heute wird die Quintessenz der Achtsamkeit in Form von MBSR-Kursen auf der ganzen Welt - unter anderem auch in Kliniken, Schulen und Unternehmen - gelehrt und gelebt. Sie unterstützt den Mensch dabei, in unserem schnelllebigen, informationsüberladenen (Berufs-)Leben den Kontakt mit sich selbst zu behalten und so ein selbstbestimmtes, glückliches Leben zu führen.  

Der Nutzen vom MBSR zeigt sich nicht nur bei Menschen mit körperlichen und seelischen Beschwerden, sondern kommt auch Gesunden zu Gute. In dem achtwöchigen MBSR-Kurs werden automatisch-reaktive Verhaltensmuster erkannt und in bewusste, fördernde verwandelt. Die TeilnehmerInnen eignen sich einen neuen, bewussten Umgang mit Stress an und lernen herausfordernde Situationen ressourcenschonend zu meistern. Dieses neue Wissen und die achtsame innere Haltung lebt von der praktischen Integration des Gelernten im (Berufs-)Alltag. 

Vorsicht ist geboten bei akuten bzw. chronischen psychischen Disharmonien oder Störungen. Menschen, die sich aktuell in einer intensiven depressiven Phase befinden, Borderline-Syndrom, eine unbehandelte Psychose oder ähnliches haben, sollten sich nur in professioneller therapeutischer Begleitung dem Thema annähern.  

 

Wenn Sie Fragen haben - sprechen Sie mich gerne an, ich freue mich auf Sie!
 

© Maria Hristova-Toneva. Alle Rechte vorbehalten.